Ökologie und Intervention im Hochwasserverband

Floßfahrt-Festival – Ciocănești, Kreis Suceava

Die NGO „Petro Aqua“ aus Petroșani nahm im Rahmen des Umweltprojekts „Ein sauberer Mureș für zukünftige Generationen – ein Bekenntnis zu den Werten des UNESCO-Welterbes“, das finanziell von der Stadtverwaltung Alba Iulia, der Gemeindeverwaltung Ciugud und dem Kreisrat Alba unterstützt wird, vom 12. bis 16. August am „Floßfahrt-Festival“ in Ciocănești, Kreis Suceava, teil.

Gemeinsam mit Frau Ioana-Otilia Baskerville, UNESCO-Expertin, Prof. Dorel Marc, Vertreter der Kommission zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes im Kulturministerium, Lucian Morgovan – City Manager der Stadt Alba Iulia – und Sorin Popăradu – Vertreter der Gemeinde Ciugud, wurden in Ciocănești die Bemühungen zur Vervollständigung des Kulturerbe-Dossiers über die „Floßfahrt als traditionelle Tätigkeit in Rumänien“ fortgesetzt.

Der Bürgermeister von Ciocănești, Herr Radu Ciocan, engagierte sich aktiv und organisierte eine Floßfahrt mit drei Flößen auf der Goldenen Bistrița (zwischen dem Dorf Botiș und der Gemeinde Ciocănești) über eine Strecke von etwa 3,5 km. In der Kirche „Mariä Entschlafung“ wurde eine Gedenkmesse für alle verstorbenen Flößer aus der Region Bukowina abgehalten.

Das Team von Frau Baskerville von der NGO „Timbru de Bucovina“ produzierte zu diesem Anlass einen Dokumentarfilm zur Unterstützung des genannten Kulturerbe-Dossiers.

Die beeindruckenden Aufnahmen der Floßfahrt auf der Bistrița wurden harmonisch mit dokumentarischen Interviews über den Bau, die Steuerung und die lebendige Bewahrung der alten Flößertraditionen kombiniert.

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Herr Imre Szuhanek, Präsident der NGO „Petro Aqua“ und erfahrener Flößer in Rumänien, der seit über 65 Jahren Flöße baut, präsentierte eine historische Darstellung der antiken Schifffahrt auf dem Mureș, die Bedeutung solcher Umweltprojekte sowie die Technik des Floßbaus. Besonders hob er das Projekt „Schul-Floß“ hervor – das erste seiner Art in Europa –, das speziell für Kinder gebaut wurde, die die Kunst des Floßfahrens auf dem Mureș erlernen möchten.

Dieses Floß befindet sich im antiken Hafen Partoș in Alba Iulia, weshalb die NGO „Petro Aqua“ aus Petroșani nun auch eine Filiale in Alba Iulia hat.

Das Schul-Floß wurde in diesem Jahr im Rahmen eines Umweltprojekts mit nicht rückzahlbaren Fördermitteln für gemeinnützige Aktivitäten von lokalem Interesse gebaut, unterstützt von der Stadtverwaltung Alba Iulia. Ziel ist es, der jungen Generation die Liebe zu dieser edlen Tätigkeit zu vermitteln, die bereits von den Dakern vor über 2000 Jahren ausgeübt wurde.

Herr Cantea Peter, 80 Jahre alt, kam eigens aus Deutschland, um beim Bau und der Steuerung der Flöße auf der Bistrița mitzuwirken. Er berichtete, wie er die Technik des Floßbaus aus Baumstämmen von seinem Vater und Großvater „gestohlen“ hat, über die Herausforderungen und Risiken des Flößens sowie über seine Skepsis gegenüber der jungen Generation, die diese Tradition in Ciocănești fortführen soll.

Herr Dorin Iancu, Gründungsmitglied der NGO „Petro Aqua“, erinnerte an den Moment, als die Organisation im Jahr 2002 in die IATR (Internationale Floßfahrt-Vereinigung) aufgenommen wurde – ein Meilenstein für die internationale Anerkennung des Flößens und ein wichtiger Schritt, damit Alba Iulia als zweite Organisation in Rumänien volle Mitgliedsrechte in der IATR erhält. Dies bringt Vorteile bei der Beantragung von Umweltprojekten für die Einwohner der Stadt.

Ein weiteres Thema war das „Sommercamp“ im Rahmen des weltweit ersten Erasmus-Programms über und mit Floßfahrt in Europa.

Die Nachricht wurde auf der Website der Organisation veröffentlicht, die erste Ausgabe des Camps fand im Juli 2024 statt. Die zweite Ausgabe wurde im Juni 2025 in Laspuna, Spanien, durchgeführt.

Den drei Bürgermeistern wurde für ihr Engagement zur Fortführung dieser edlen Tradition gedankt: Herrn Gabriel-Codru Pleșa – Alba Iulia, Herrn Radu Ciocan – Ciocănești und Herrn Gheorghe Damian – Ciugud.

In diesem Interview wurden auch die Bemühungen der NGO „Petro Aqua“ seit 2008 bei der Rumänischen Akademie, dem Umweltministerium, dem Ministerium für Kultus und Kultur, der UNESCO-Kulturerbe-Kommission des rumänischen Senats und der Internationalen Flößervereinigung vorgestellt, um die notwendigen Informationen und Dokumente für das Kulturerbe-Dossier zu sammeln.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Mini-Expeditionen mit Flößen auf dem Mureș und der Goldenen Bistrița, das Engagement und Interesse der Kinder für das Flößen, die Dokumentation und die seit 2008 begonnenen Initiativen der NGO „Petro Aqua“ (mit Unterstützung der drei beteiligten öffentlichen Verwaltungen) zur Fertigstellung und Einreichung des Kulturerbe-Dossiers bis spätestens September 2025 beim Kulturministerium führen werden.

Fotos: Ionel Serb

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